Titel Tonwertzunahme2

Was ist eine Tonwertzunahme?

Im Allgemeinen:
Das Rasterpunkte der Druckvorlage je nach Druckverfahren auf dem Druckbogen größer erscheinen (und somit das Druckbild dunkler wird als vorgesehen) bezeichnet man als Tonwertzunahme (TWZ). Auch werden oft die gleich bedeutenden Begriffe wie Tonwertzuwachs, Punktzunahme, Punktzuwachs, Punktverbreiterung oder Druckzuwachs verwendet.

Die Tonwertzunahme kannDepositphotos_76730925_original_be mit einem Densitometer ermittelt werden. Das Ziel, die Wirkung der Raster an die Vorlage anzupassen wird durch eine sogenannte Tonwertkorrektur erreicht. Die Werte werden in der Druckerei vor dem Druck über diese angepasst. Um die Tonwertzunahme während der Produktion zu überprüfen, wird auf jedem Druckbogen ein Farbkontrollstreifen aufgedruckt.

Laut ISO 12647-2 ist eine Toleranz von +/-4% in den Mitteltönen festgelegt. Die Tonwertzunahme der Farben Cyan, Magenta und Gelb sollten gleich sein sowie Schwarz 3% über den Buntfarben liegen.

 

Die Druckkennlinie beschreibt die Tonwertzunahme grafisch:

Druck-Kennlinie.svgQuelle: https://www.wikipedia.de/

 

tonwertzunahme_grafik_a6

Beispiel:

Bei einem 30%igen Raster wird eine Fläche mit 30% abgedeckt und 70% bleiben frei. Wenn die Tonwertzunahme 15% beträgt, belegt der Rasterton dann 45% der Fläche auf dem Papier und 55% bleiben frei. Der Tonwert ist also dunkler geworden. Durch eine Tonwertkorrektur wird dies angepasst. (Siehe Abbildung Druckkennline)

30_schwarz45_schwarz

30% Flächendeckung                  +15% Druckzuwachs =        45% Flächendeckung im Druck
(in der Datei)

 

Vor allem die Bedruckstoffe (und somit die Papieroberflächen) sind ein wichtiger Grund und müssen unterschieden werden.

Z.B. verlaufen die aufgebrachten Rasterpunkte auf einem saugstarken Papier mehr und werden somit größer. Je nach Faserstruktur des Papieres wird das Verlaufen der Farbe beeinflusst. Dementsprechend muss für die Belichtung zwischen den Papiertypen unterschieden und mit unterschiedlicher Tonwertzunahme gearbeitet werden.

Beispiele der Papiertypen, die in einer Offsetdruckerei zu finden sind:
 Papiertyp 1+2: Bilderdruckpapier, gestrichen matt/glänzend  

Depositphotos_1509045_original_be3-Fold_1100017227_be

Papiertyp 4: weiß Offset (Naturpapier), ungestrichen           

Business_Card_11000017_beDepositphotos_5016265_original_be

 

Hier finden Sie alle Papiertypen im Offsetdruck:

  1. glänzend gestrichenes Papier,
  2. matt gestrichenes,
  3. glänzendes Rollenoffsetpapier,
  4. ungestrichenes,
  5. ungestrichenes, gelbliches Papier.

 

Da beim Übertragen von der Platte auf das Gummituch und vom Gummituch auf das Papier durch die Druckkraft die Rasterpunkte in die Breite gedrückt werden, ist dies ein Faktor, der ebenfalls beachtet werden sollte.

 

Weitere Ursachen der Tonwertzunahme sind z. B.

  • Druckmaschineneinstellungen
  • Alter und Art des Gummituches
  • Druckabwicklung
  • Verwendetes Raster (Rasterweite und Rasterpunktform)                                                               
  • Verwendete Druckfarbe
  • Passer zwischen den einzelnen Farben
  • Tonwertzuwächse der einzelnen Druckfarben
    ( Yellow hat einen anderen Tonwertzuwachs als Magenta, Cyan und Schwarz

 

Zusammenfassend kann man sagen, die Tonwertzunahme ist die Differenz zwischen dem Tonwert einer Vorlage und dem Tonwert des daraus entstandenen Druckes. Als Ergebnis erhält man ein dunkleres Druckbild. Ursachen sind z. B. der Bedruckstoff, die Druckfarbe, das Druckverfahren, sowie die Rasterfrequenz. Mittels Druckkennlinie kann man dies in der Druckvorstufe korrigieren.

Erfahrungsgemäß gibt es vom Anlegen der Farben bis zum Druck bei Cyan, Magenta und Gelb keine Probleme, nur bei der „künstlichen“ Druckfarbe Schwarz (Summe aller Farben) entsteht meist ein dunklerer Farbton wie angelegt. Daher empfiehlt es sich immer mind. 5-7% der Schwarzen-Druckfarbe zu reduzieren BEVOR die Druckdaten erstellt werden, sodass nach dem Druck auch das gewünschte Druckbild entstehen kann.